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Afrikanische Kriegskunst
Wenn wir an Kriegskunst denken, dann fällt den meisten dazu nur jede Menge asiatisches Zeug ein. Allerdings werden nur die wenigsten bei diesem Begriff an den so genannten "Schwarzen Kontinent" denken. Doch wer sich die Geschichte der Kriegskunst und Afrikas näher ansieht und sich damit auch beschäftigt, dann wird er bemerken, dass gerade dieser Erdteil in Bezug auf Kriegskunst so manche Überraschung bereit hält. In den nun vergangenen fast 30 Jahren habe ich die Renaissance vieler asiatischer Kriegskünste miterleben dürfen. Denn leider sehen immer mehr Kriegskunstinteressierte in der Verbindung dieser Kriegskünste und dem meist mitangebotenen religiösen Hintergrund eine für sie passende Möglichkeit, ihren Körper und Geist miteinander in Einklang zu bringen. Dabei übersehen wir allzu gerne, dass diese religiöse Einstellung nicht ohne Grund die angeblich uralten Stile durchdringt. Mit dem Einzug des DO in die asiatischen Kriegskünste fand eine religiös-philosophische Ausrichtung statt. Das Hauptziel wurde das erreichen des ethischen Ideals, die Abhebung der „erhabenen“ östlichen Moral gegenüber der „niederen“ Moral des Westens. Daher tun sich auch Nichtasiaten mit der Begriffsdefinition sehr schwer, da es nicht unserer Mentalität entspricht. Viel schlimmer noch, manche interpretieren diese Kriegskünste inzwischen dahin, dass das erlangen der Erleuchtung in den Vordergrund gestellt wird. Kriegskunst ist aber in erster Linie zum Kampf geschaffen worden und die Kampfrelevanten Inhalte standen im Vordergrund. Durch die Verehrung der asiatischen Kriegskünste gerieten die Kriegskünste der Europäer, Uramerikaner, Ursüdamerikaner und auch Afrikaner immer mehr in Vergessenheit. MucopeIn den Weiten des angolanischen Dschungels lebte zum Ende des 19. Jahrhunderts der Mucope Stamm. Diese kriegerischen eingeborenen sollen beispielsweise schon um die Jahrhundertwende Kampftechniken mit Füßen tänzerisch ausgeführt haben, die dem heutigen Taekwon Do oder Muay Thai ähnlich sind. Der Kriegstanz des Mucopestammes, der "N-Golo" (die Ähnlichkeit zu A"ngol"a ist nicht zu übersehen), zeichnet sich nicht nur durch seine Tritttechniken aus, sondern durch die farbenprächtigen Masken und Bemalungen des Körpers. Durch den Genuss verschiedener giftiger Waldbeeren brachte sich der Krieger in eine Art Trance, der ihn schmerzunempfindlicher und aggressiver machte. Dies alles unter den harten und durchdringenden Klang der Kriegstrommel, der die Krieger ermutigte und beim Kampf begleitete. Capoeira
Das brasilianische Capoeira ist lange nicht so brasilianisch, wie
mancher Brasilianer gerne möchte. Aber solche Wunschgedanken gibt es
nicht nur bei den Brasilianern, schließlich denken viele Mexikaner noch
heute, dass der Käfer und VW (der Begriff Volkswagen ist dort nicht
bekannt) eine mexikanische Erfindung sind. Sie sind stolz darauf, dass
ihr Käfer eines der bekanntesten Fahrzeuge auf unserem Erdenrund sind.
Der Ursprung des Capoeira ist bis heute weitgehend ungeklärt, jedoch
unbestritten ist die Tatsache, dass dem afrikanischen Kontinent eine Man nimmt an, dass den Sklaven das Trainieren von Kampftechniken verboten war und diese dann ihre Kriegskunsttechniken als harmlose Tänze getarnt weiter übten. Nach der Sklavenbefreiung im Jahre 1888 wurde das Capoeira und der Afro-Dance in einem Atemzug mit Terror und Gewalt genannt. Unter diesem Aspekt, wurden die s.g. Gaunertänze 1910 sogar gänzlich verboten. Erst durch einen Auftritt von Mestré Bimba (Maoel dos Reis Machado) vor dem Gouverneur von Bahia 1930 brachte die Erlaubnis, die erste Schule für brasilianische Kampfkunst zu eröffnen. Zulu
NabbutErste Quellen darüber deuten darauf hin, dass man das Stockfechten bereits im dritten vorchristlichen Jahrtausend kannte. Berühmt für ihre Darstellung von Kampfszenen sind die Fresken in den Gaufürstengräbern von Beni Hasan. Dort sieht man u.a. auch die Stockfechter, die in ihren für die damalige Zeit üblichen Soldatenschurtz gekleidet kämpfen. Erhaltene Fechtstöcke aus dem Grab von Tut Ench Amun sind 60 bis 100 cm lang und weisen teilweise Parierhölzer oder einen Korb als Handschutz auf. Gebräuchlich waren bebogene Stöcke und solche, deren Spitze in einem kugelförmigen Knauf endeten. Das arabische Wort Nabbut bedeutet einen schweren, starken, von Baumrinde befreiten Stock, der teilweise mit Metall beschlagen sein konnte. Die Fechttechniken aus dieser Zeit sind uns durch bildliche Darstellungen am Amarana Block aus dem Grab des Meri Re II. (ca. 1355 v. Chr.), aus dem Kampfrelief im Palast Ramses III. (1184-1153 v. Chr.) in Medinet Habu, einem Fresko im Grab des Amenmose (ca. 1300 v. Chr.), einer schlecht erhaltenen Darstellung im Grab des Chon (19. Dynastie) sowie zweier mit Graffiti geschmückter Osthraka (Tonscherben). |