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Geschichte des Kickboxens
![]() In der zeit des großen Aufschwungs von 1950 bis 1960, gründeten hauptsächlich hartgesottene ehemalige Militärangehörige, von denen viele nach Ende des zweiten Weltkriegs und während des Korea- und Vietnamkrieges in Asien ausgebildet worden waren, und kampflustige asiatische Einwanderer die ersten Schulen für Martial Arts in Amerika. Da die Amerikaner sich mit den traditionellen Werten der Asiaten nicht problemlos anfreunden konnten, begannen sie s.g. „Karate Turniere“ statt ohne Kontakt mit Kontakt auszuüben. Dabei sollte erwähnt werden, dass man den Überbegriff Karate angewendet hat, obwohl dort auch Vertreter anderer Kampfstile vertreten waren. Der Name Karate wurde zum Sammelbegriff für alle Schlagenden und Tretenden Kampfarten was bei Laien zu sehr viel Irritationen geführt hat. 1962 fand im Madison Square Garden in New York das erste öffentliche Karateturnier in Amerika statt und im folgenden Jahr wurden in den größeren Städten des Landes ebenfalls Turniere veranstaltet. Diese Wettkämpfe waren geprägt von absoluter Härte, da dort noch keinerlei Schutzausrüstung verwendet wurde. Bereits 1963 veranstaltete Robert Trias und John Keehan im Chicago Fieldhouse die erste Weltmeisterschaft im Karate aus. Anzumerken ist, dass bei dieser WM die erst 14jährige Roberta Trias, den beispiellosen zweiten Platz holte. Sie ließ 22 männliche Teilnehmer der Schwarzgurtklasse hinter sich und ist somit die erste Frau, die erfolgreich gegen Männer antrat. Nachdem Chuck Norris 1966 die International Grand Championships gegen Allen Steen verloren hatte, konnte er 1967 und 1968 zweimal hintereinander gewinnen. Er war der erste, der erfolgreich Kombinationen von Techniken einsetzte. Ein System das sich durchsetzte und bis heute erhalten geblieben ist. Ebenfalls 1966 gab Joe Lewis sein Stell dich ein im Kampfgeschehen. Er bekam innerhalb von sieben Monaten den Meistergrad auf Okinawa verliehen und bestritt sofort die von Jhoon Rhee ausgerichteten US Nationals. Seine Waffe war der Sidekick und zur Überraschung aller, gelang es niemanden während des gesamten Turniers auch nur einen einzigen Punkt gegen ihn zu machen. Er gewann im übrigen auch die Katameisterschaft an diesem Tag. Bereits 1968 versuchte sich Jim Harrison an einer Profi-Karate-Weltmeisterschaft. Sechs der eingeladenen Kämpfer waren Joe Lewis, Skipper Mullins, J. Pat Burleson, David Moon, Fred Wren und Bob Wall (er spielte in einigen Filmen von Lee mit). Ebenfalls im Jahr 1968 versuchte ein weiterer Promotor, Aaron Banks im eleganten New Yorker Waldorf Astoria im November eine Profi Karate Weltmeisterschaft. Dort traten u.a. Mike Stone, Chuck Norris, Skipper Mullins und Joe Lewis an. Am 17. Januar 1970 trat Joe Lewis in der Sport Arena von Long Beach, als erster Kämpfer überhaupt, im Fullcontact gegen Greg Baines an. Lewis schlug ihn in der zweiten Runde k.o. und gewann des weiteren im Non Contact (obwohl dort ebenfalls mit Kontakt gearbeitet wurde). Joe Lewis verteidigte seinen Titel innerhalb nur eines Jahre ganze zehn mal. Im Jahr 1973 gab Mike Anderson sein Magazin "Professional Karate" erstmals heraus, dadurch erlebte das Karate einen totalen Aufschwung. Kurz nach der Veröffentlichung seines Magazins veranstaltete er die Top Ten Nationals in St. Louis, Missouri, eine Veranstaltung die als Meilenstein in die Geschichte einging. Erstmalig gab es eine 1000 Dollarbörse für den Sieger der Grand Championships. Das professionelle Karate war geboren. Hier wurde auch erstmalig mit der von Jhoon Rhee entwickelten Wettkampfausrüstung gekämpft. Im Jahre 1974 wurden in Long Beach, USA, die ersten Profi-Weltmeisterschaften im Vollkontakt ausgetragen. Siegerbörse waren 2500 US-Dollar! Veranstalter Mike Anderson, seinerzeit Initiator des Profiverbandes PKA (Professional Karate Association) und später Präsident des Amateurverbandes WAKO (World All-Style Karate Organization) war der Begründer des Kickboxsportes, damals noch Point-, Sport-, Freestyle-, Allstyle-, American- oder Kontakt-Karate genannt. Möglich wurde diese neue Variante des Karate, bei der nun mit leichtem (Semicontact) oder vollem Kontakt (Fullcontact) gekämpft wurde durch eine Erfindung des in Washington lebenden Koreaner Jhoon Rhee. Er entwickelte auf Anraten seines Freundes Bruce Lee eine spezielle Schutzausrüstung für Hände und Füße, das so genannte Safe-T-Equipment. In dieser Zeit sind Persönlichkeiten (siehe linkes Bild) wie Joe Lewis, Bill Wallace (seine Kicks erreichten die unglaubliche Geschwindigkeit von 100 km/h - er erhielt den Namen "Superfoot"), Benny Urquidez, Don Wilson und Chuck Norris bekannt geworden. Bild rechts zeigt von links meinen Freund Peter Kruckenhauser (Firmeninhaber Budoland), Mrs. und Mr. Rhee und meinen Kampfsportkollegen Mike Anderson - Bildquelle P. Kruckenhauser. Der Berliner Sportschulenbesitzer Georg F. Brückner richtete als erster Deutscher in der Berliner Deutschlandhalle die ersten Veranstaltungen in dieser neuen Disziplin aus. 1977 gründete er zusammen mit anderen Anhängern dieses neuen Systems die World AII-Style Karate Association, kurz WAKO genannt. In kurzer Zeit wurde daraus ein Verband, der weltweit Wettkämpfe veranstaltete, so dass Brückner schon 1978 die erste Weltmeisterschaft in seiner Heimatstadt organisierte, 1979 folgte die zweite in den USA. Ab 1981 kam man von der Turnierform für internationale Meisterschaften ab und begann eine Organisation nach Profivorbild mit Titelverteidigern und Herausforderern. Dieses Unterfangen scheiterte jedoch schon nach kurzem, so dass man bereits 1982 wieder auf alte, erprobte Pfade zurückkehrte, fortan Europa- und Weltmeisterschaften in zweijährigem Wechsel austrug. Die WAKO änderte ihren Namen in WACO, was für "World AII-Style Combat-Sports Association" stand. Da WACO in den USA jedoch nicht registriert werden konnte, änderte man den Namen im April 1982 zurück in WAKO, jedoch nun mit der Bezeichnung "World AII-Style Kickboxing Organisation". Man bezeichnete den Sport nun als Kickboxen, da dies treffender war und die neue Disziplin mit dem traditionellen Karate nicht mehr viel gemein hatte. 1985 spaltete sich der Weltverband nach massiven Meinungsverschiedenheiten in zwei Gruppen. So war es möglich, dass plötzlich zwei WAKO-Verbände existierten und jeder für sich Weltmeisterschaften in diesem und Europameisterschaften im kommenden Jahr austrug. Der erste WAKO-Verband behielt den alten Namen "World AII-Style Kickboxing Organization" und blieb unter der Führung von Mike Anderson und Georg F. Brückner. Der zweite Verband erhielt die Bezeichnung "World Amateur Kickboxing Organization" und wurde vom Italiener Dr. Ennio Falsoni geleitet. Mit diesem Zustand denkbar unzufrieden einigte man sich 1987 im 10. Jubiläumsjahr wieder und schloss sich zum größten Weltverband der Kickboxszene zusammen. Im selben Jahr wurde der Name WAKO anlässlich der fünften Weltmeisterschaft in der Münchener Olympiahalle endgültig in "World Association of Kickboxing Organization" umbenannt und ist bis heute der größte Kickboxverband der Welt. Bei dieser WM haben Deutsche Kickboxer wie Ferdinand Mack (Bild rechts - Mack-Lehrgang im Landesleistungszentrum - Warriors Gym) und Michael Kuhr Kickboxgeschichte geschrieben. Leider kam es in der oben beschrieben sehr unruhigen Zeit durch interne Querellen zu vielen weiteren Gründungen von Kickboxverbänden. Teilweise mit nur einigen wenigen Mitgliedsvereinen wurden gleich ganze „Weltverbände“ gegründet. Dies hat letztlich nur zu viel Irritationen bei den Betrachtern der Szene geführt, den Sportlern selbst hat es nichts gebracht. Michael Kann Bilder ![]()
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